Magosto 2006
13. November 2006 at 6:12 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar
Ich hab’ schon lange nichts mehr in meinen Blog geschrieben, dass lag daran das die letzten Wochenenden immer gleich verliefen: party, party, party. Aber jetzt gibts endlich wieder mal was Anderes: Der Magosto.
Magosto ist der Name für ein galizisches Volksfest, dass jedes Jahr im November gefeiert wird. Seit dem 1. November (Allerheiligen – Día de Todos Los Santos) sah man schon die Maronenverkäufer mit ihren mobilen Röstöfen an jeder Straßenecke in der Stadt. Die gerösteten Kastanien sind das Hauptmerkmal des Magosto.
Wir trafen uns am Freitag abend um acht in einer Kneipe um mit einigen Spaniern über den geplanten Magosto-Ausflug zu reden. Es hieß, wir würden uns am Samstag Morgen um zehn mit ihnen treffen um dann gemeinsam auf einen Berg zu wandern und dort zu grillen und zu feiern. Und so kam es…
Natürlich sind wir nicht um zehn los gegangen sondern erst um elf, als dann endlich alle da waren. Wir Deutschen waren um fünf nach zehn da und damit waren wir zusammen mit fünf Spaniern die Ersten. Während wir da nun in der Kälte an einem ziemlich nebeligen Morgen standen hatte ich wenigstens noch Zeit ein Napolitano zu verdrücken und mich mit einem Café Solo aufzuwecken.
Dann setzten wir uns in Marsch. Raus aus der Stadt…
Nach etwa einer Stunde anstrengendem Fußmarsch auf den teilweise sehr steilen Berg waren wir endlich bei unserem Ziel angelangt: Eine Feuerstelle zwischen den Felsen, die schon seit Jahren Magosto-Treffpunkt der Gruppe von Spaniern ist.
Einige von uns kümmerten sich um die verlassene Feuerstelle, deren Umrandung wieder hergestellt werden musste. Außerdem suchten wir Feuerholz.
Als wir die Getränke auspackten war es immer noch ziemlich kalt und der Nebel war so dicht, dass man überhaupt nichts von der Aussicht sah, die wir um uns herum vermuteten.

Das Feuer beginnt zu brennen.
Jetzt erstmal ‘nen Schluck Rum zum aufwärmen.
Die Spanier haben uns versprochen, dass es um halb eins (mittags) aufklaren wird und das wir dann schönsten Sonnenschein haben.
Tatsächlich hat die Sonne den Nebel um eins – also eine halbe Stunde früher als erwartet – so weit aufgelöst, dass man ihre Wärme spüren konnte. Wenig später war es dann so heiß, dass man es ohne Kopfbedeckung in der Sonne kaum aushielt.
Ein paar von uns entschließen sich die, jetzt sichtbare, Umgebung zu erkunden und die Aussicht vom Gipfel zu genießen. Erstmal ein bischen Quatsch machen…
Nachdem wir uns da oben ausgetobt hatten, gings wieder runter zum Lagerfeuer.
Nach den Anstrengungen beim Felsenklettern wars Zeit für geröstete Kastanien, Gegrilltes und mehr Getränke!

Enzo und Elisa beim Kastanien rösten und pulen
Ich hab mir neben eingelegten Auberginen auch Gambas gegrillt, was mir einigen Spott bei den Spaniern einbrachte. Die fanden zwar gegrillte Gambas an sich okay aber meinten, dass das zu Magosto gar nicht geht. Da isst man Fleisch!
Ein weiterer Brauch beim Magosto ist es, sich und die anderen mit Kohle einzureiben. Danach riecht man nicht nur nach Lagerfeuer, sondern sieht auch noch aus wie die Reste davon.
Mit Einbruch der Dunkelheit mussten wir unseren Platz verlassen, weil man ziemlich bald die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte. Ich bin dann nochmal hoch zum Gipfel um von dort Bilder der Stadt zu machen. Schließlich hab’ ich extra mein Stativ mitgeschleppt und das soll ja nicht ungenutzt bleiben. Aber so ein Stativ hilft eben nicht gegen Alkohol im Blut und daher hab’ ich trotzdem einige Aufnahmen beim Auslösen verwackelt.
Dann habe ich versucht den Weg nach unten zu finden, was ohne jegliche Lichtquelle aber nicht besonders gut gelang. Ein paar Mal habe ich probiert den Weg mit meinem Blitzgerät auszuleuchten aber auch wenn man dann für eine Sekunde was sieht ist man danach nur um so mehr geblendet. Also habe ich mich entschlossen zum nächsten Lagerfeuer zu gehen und bei den Leuten dort so lange zu warten bis jemand mit einer Lampe vorausgeht. Das Warten dort war auch ganz nett und von daher hat mich diese Zwangspause nicht weiter gestört. Unten angekommen, gabs ein großes, gemeinsames Fest der Lagerfeuergruppen. Mit ‘nem DJ und Freibier aus Dosen. Ich bin aber lieber bei Wein geblieben, weil mein Fünf-Liter-Plastikkanister Vino Tinto kaum leer geworden ist. Wie das Fest dann sonst noch war, kann man auf dem nächsten Bild ganz gut sehen.





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