Archiv für November, 2006

Magosto 2006

Ich hab’ schon lange nichts mehr in meinen Blog geschrieben, dass lag daran das die letzten Wochenenden immer gleich verliefen: party, party, party. Aber jetzt gibts endlich wieder mal was Anderes: Der Magosto.

Magosto ist der Name für ein galizisches Volksfest, dass jedes Jahr im November gefeiert wird. Seit dem 1. November (Allerheiligen – Día de Todos Los Santos) sah man schon die Maronenverkäufer mit ihren mobilen Röstöfen an jeder Straßenecke in der Stadt. Die gerösteten Kastanien sind das Hauptmerkmal des Magosto.

Wir trafen uns am Freitag abend um acht in einer Kneipe um mit einigen Spaniern über den geplanten Magosto-Ausflug zu reden. Es hieß, wir würden uns am Samstag Morgen um zehn mit ihnen treffen um dann gemeinsam auf einen Berg zu wandern und dort zu grillen und zu feiern. Und so kam es…

Natürlich sind wir nicht um zehn los gegangen sondern erst um elf, als dann endlich alle da waren. Wir Deutschen waren um fünf nach zehn da und damit waren wir zusammen mit fünf Spaniern die Ersten. Während wir da nun in der Kälte an einem ziemlich nebeligen Morgen standen hatte ich wenigstens noch Zeit ein Napolitano zu verdrücken und mich mit einem Café Solo aufzuwecken.

Dann setzten wir uns in Marsch. Raus aus der Stadt…

Aufbruch

Nach etwa einer Stunde anstrengendem Fußmarsch auf den teilweise sehr steilen Berg waren wir endlich bei unserem Ziel angelangt: Eine Feuerstelle zwischen den Felsen, die schon seit Jahren Magosto-Treffpunkt der Gruppe von Spaniern ist.

Einige von uns kümmerten sich um die verlassene Feuerstelle, deren Umrandung wieder hergestellt werden musste. Außerdem suchten wir Feuerholz.

Feuer machen

Als wir die Getränke auspackten war es immer noch ziemlich kalt und der Nebel war so dicht, dass man überhaupt nichts von der Aussicht sah, die wir um uns herum vermuteten.

Auspacken     Prost
Das Feuer beginnt zu brennen.
Jetzt erstmal ‘nen Schluck Rum zum aufwärmen.

Die Spanier haben uns versprochen, dass es um halb eins (mittags) aufklaren wird und das wir dann schönsten Sonnenschein haben.

Tatsächlich hat die Sonne den Nebel um eins – also eine halbe Stunde früher als erwartet – so weit aufgelöst, dass man ihre Wärme spüren konnte. Wenig später war es dann so heiß, dass man es ohne Kopfbedeckung in der Sonne kaum aushielt.

Ein paar von uns entschließen sich die, jetzt sichtbare, Umgebung zu erkunden und die Aussicht vom Gipfel zu genießen. Erstmal ein bischen Quatsch machen…

Sprung vom Gipfel

Nachdem wir uns da oben ausgetobt hatten, gings wieder runter zum Lagerfeuer.
Nach den Anstrengungen beim Felsenklettern wars Zeit für geröstete Kastanien, Gegrilltes und mehr Getränke!

Geröstete Kastanien essen
Enzo und Elisa beim Kastanien rösten und pulen

Ich hab mir neben eingelegten Auberginen auch Gambas gegrillt, was mir einigen Spott bei den Spaniern einbrachte. Die fanden zwar gegrillte Gambas an sich okay aber meinten, dass das zu Magosto gar nicht geht. Da isst man Fleisch!

Ein weiterer Brauch beim Magosto ist es, sich und die anderen mit Kohle einzureiben. Danach riecht man nicht nur nach Lagerfeuer, sondern sieht auch noch aus wie die Reste davon.

Mit Einbruch der Dunkelheit mussten wir unseren Platz verlassen, weil man ziemlich bald die Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte. Ich bin dann nochmal hoch zum Gipfel um von dort Bilder der Stadt zu machen. Schließlich hab’ ich extra mein Stativ mitgeschleppt und das soll ja nicht ungenutzt bleiben. Aber so ein Stativ hilft eben nicht gegen Alkohol im Blut und daher hab’ ich trotzdem einige Aufnahmen beim Auslösen verwackelt.

Ourense bei Nacht

Dann habe ich versucht den Weg nach unten zu finden, was ohne jegliche Lichtquelle aber nicht besonders gut gelang. Ein paar Mal habe ich probiert den Weg mit meinem Blitzgerät auszuleuchten aber auch wenn man dann für eine Sekunde was sieht ist man danach nur um so mehr geblendet. Also habe ich mich entschlossen zum nächsten Lagerfeuer zu gehen und bei den Leuten dort so lange zu warten bis jemand mit einer Lampe vorausgeht. Das Warten dort war auch ganz nett und von daher hat mich diese Zwangspause nicht weiter gestört. Unten angekommen, gabs ein großes, gemeinsames Fest der Lagerfeuergruppen. Mit ‘nem DJ und Freibier aus Dosen. Ich bin aber lieber bei Wein geblieben, weil mein Fünf-Liter-Plastikkanister Vino Tinto kaum leer geworden ist. Wie das Fest dann sonst noch war, kann man auf dem nächsten Bild ganz gut sehen.

Breit?

13. November 2006 at 6:12 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Napolitano

Napolitano {sprich: Napolitano} = Schoko-Croissant

Croissant wird hier etwas merkwürdig ausgesprochen, etwa so wie crosan und tatsächlich hab ich crozan auch schon mal irgendwo gelesen aber das war vermutlich Gallego.

Nun sind Croissants mit Schokolade nicht croissants con chocolate, wie man sich das vielleicht so denkt (ich jedenfalls habs gedacht). Man nennt sie stattdessen Napolitanos.

Ach ja, eine andere Form haben sie auch (rechteckig) aber das  ist ja eher unwichtig. Der Inhalt ist wohl der Gleiche.

13. November 2006 at 4:03 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar

Gallego

Gallego {sprich: gajego} = galizische Regionalsprache

Gallego ist die hier von den Einheimischen oft genutzte Regionalsprache. Sie hat starke Verwandschaften zum Portugisisch aber auch einige Gemeinsamkeiten mit Italienisch.

Die Sprache ist offiziell anerkannt und neben Spanisch ebenfalls Amtssprache in Galizien.

Daher sind zum Beispiel Unterlagen an der Hochschule oft in Gallego gehalten, was das Lesen selbiger für Ausländer nicht unbedingt einfacher macht. Die Schreibweise unterscheidet sich meistens aber nur unwesentlich vom Spanisch.

Mehr Infos zu Gallego auf Wikipedia.

13. November 2006 at 3:20 nachmittags 2 Kommentare

Magosto

Magosto {sprich: genauso} = galizisches Volksfest

Normalerweise schaue ich immer erst bei Wikipedia bevor ich hier eine Begriffserklärung reinschreibe. Diesmal musste ich feststellen, dass es für Magosto in der deutschen Wikipedia noch gar keine Erklärung gibt. Da hab’ ich natürlich gleich mal einen Artikel geschrieben. :)

(Mein) Magosto bei Wikipedia DE

Der Artikel ist zwar recht klein aber damit immer noch umfangreicher und besser strukturiert als die Artikel auf Spanisch oder Gallego.

13. November 2006 at 3:02 nachmittags Hinterlasse einen Kommentar


Aktuelle Beiträge

Administration


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.